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Hendric ist Querdenker der Generation Y, Design Thinker, Acceleration Manager und rheinische Frohnatur. Nach dem dualen Studium zum Spießer, so sagt er, und seiner Zeit bei einem großen Automobilhersteller war ihm schnell klar, dass er nicht in ein Großunternehmen passt. Als Mitgründer von Digital Misfits ist er fest der Meinung, dass der gradlinige Lebenslauf der Vergangenheit angehört. Individuelle Erfahrungen, Interessen und Fähigkeiten machen die Talente der Zukunft aus. Neben seinen Erfahrungen in Großunternehmen bringt er auch umfangreiche Erfahrungen aus der Start-up-Szene ein. Er kann mit Sicherheit sagen: „Ich bin nah dran und weiß wirklich, wie Start-ups & Corporates denken und fühlen.“

  

 

AMW: Mit gerade mal 27 Jahren hast du schon beachtliche Stationen zurückgelegt. Was motiviert dich?

HM: Da muss ich auch manchmal schmunzeln. Ich habe einfach gemacht. Dass ich schon so viel Erfahrung mitbringe, habe ich meinem dualen Studium zu verdanken. Doch leider alles nur im Schnelldurchlauf – Turbostudium mit Arbeiten im Ausland und vielfältigen Eindrücken in einem Großkonzern. Neugierde und Gestalten-zu-dürfen treiben mich sehr stark an. 

Du bist Berater, Autor, Coach, Eventmanager und hast zudem eigene Erfahrungen als Mitarbeiter eines Großunternehmens gesammelt. Wofür brennst du am meisten?

Ganz klar für die Abwechslung. Nur dadurch, dass ich so vielfältig aufgestellt bin und in unterschiedlichen Bereichen unterwegs bin, schaffe ich es, neue Impulse zu sammeln. Es macht mir großen Spaß, das Gelernte und die Impulse zu kombinieren und so neue Dinge zu entwickeln. Einen Bürojob ohne Freiräume könnte ich mir nicht mehr vorstellen.

Wie kamst du auf die Idee zum Digital Misfits Festival?

Ich bin auf vielen Konferenzen zum Thema Digitalisierung und neue Arbeitswelt unterwegs. Doch diese sind alle gleich: Frontalbeschallung, alte weiße Männer auf der Bühne und viel Bullshit-Bingo. Wir haben uns im Team gesagt, das muss sich ändern. Alle reden von New Work, doch wird es nicht auf den Konferenzen gelebt.

Was erwartet die Teilnehmer*innen beim Digital Misfits Festival im Mai?

Das Digital Misfits Festival wird anders. Weg vom durchgeplanten Ablauf, der keine Luft zum Atmen und Nachdenken lässt. Wir lassen uns durch verschiedenste Sessions treiben, durch kreativen Input und Output, durch Austausch, wir netzwerken und entdecken. Und das alles ohne Vortragszwang. Unsere Teilnehmer*innen können sich auf jede Menge interessante Menschen, bereichernden Austausch, spannende Erfahrungsberichte und bewegte Diskussionen freuen.

Welche Bedeutung haben digitale Talente und wie kann ein Unternehmen sich auch für diese neue Generation an Mitarbeitern neu organisieren?

Die digitalen Talente der Zukunft werden nicht mehr durch eine übertarifliche Entlohnung gewonnen. Neue Anreize müssen geboten werden. Es gilt, ein Verständnis für die Bedürfnisse, Motivationen und Ziele der Mitarbeiter von morgen zu entwickeln. Mitbestimmung, sinnstiftendes Arbeiten, Freiräume und stetige Weiterentwicklung gewinnen zunehmend an Relevanz. Das ist nichts Neues und steht schon seit vielen Jahren in den Lehrbüchern. Doch nur meine Generation fordert es nun ein.

Bewerber*innen mit Zickzacklebensläufen schaffen es oft nicht durch den Filter der Personalabteilung und werden aussortiert. Oftmals sind aber gerade sie Menschen, die für das Unternehmen sehr spannend sein können. Wie finden Firmen „versteckte Talente?“

Da sprichst du leider was Wahres an, was vielen Firmen nicht bewusst ist. Mit Digital Misfits wollen wir Unternehmen dabei helfen, diese Talente zu verstehen, sie zu finden und zu binden. Wir wollen darüber aufklären und dafür sensibilisieren, dass diese Menschen von größter Bedeutung für die digitale Zukunft von Unternehmen sind.

Wie gelingt es traditionellen Firmen, schneller zu verstehen, wie wichtig digitales Know-how ist, offen zu werden und umzudenken, um wertvolle Mitarbeiter zu halten und zukunftsfähig zu sein?

Im ersten Schritt geht es ums Erleben. Man muss die neue Arbeitswelt und die digitalen Talente selbst erlebt haben, um es wirklich zu begreifen. Um eine Veränderung anzustoßen, gilt es zu erleben und zu bergreifen, um sämtliche Paradigmen vom Auswahlprozess der Bewerber*innen über die Incentivierung bis hin zum Arbeitsumfeld zu überdenken.

Wo muss der radikale Wandel passieren?

Radikaler Wandel ist zu viel verlangt. Nur wir müssen es schaffen, das Betriebssystem von Unternehmen zu aktualisieren. Es wäre doch unvorstellbar, wenn wir in der heutigen Zeit mit Windows 95 arbeiten würden, oder? Leider sind aber viele Unternehmen nicht zeitgemäß organisiert, um sich auf die veränderten Rahmenbedingungen – Vorsicht Buzzword – „VUCA“ einzustellen. Auch das Ego nimmt leider heute noch zu viel Platz ein. Weg vom Ego, hin zu sinnstiftenden Arbeiten könnte eine Lösung sein. 

Was müssen Unternehmen ändern, damit ihre „Digital Misfits“-Mitarbeiter ihr Potenzial ausschöpfen und gewinnbringend ins Business einbringen können?

Der gradlinige Lebenslauf gehört der Vergangenheit an. Ein Umdenken in der Unternehmensführung und im Personalmanagement muss stattfinden. Die Stellenbeschreibung kann nicht mehr als Schablone für erfolgreiches Personalmanagement dienen. Wir sprechen eine eigene Sprache, wenn es um Ziele, Motivationen und Erfüllung im Arbeitsleben geht. Um in Zukunft erfolgreich Talente zu binden, wird es nötig sein, gleich mehrere Spagate zu meistern und unsere Sprache zu sprechen.

Eventhinweis:

Digital Misfits Festival | 28. Mai | Köln

Let’s celebrate the digital difference! Beim Digital Misfits Festival kommen Unternehmensvertreter, HR-Entscheider, Digital Natives, Querdenker und berufliche Sonderlinge einen Tag lang zusammen, um sich über Erfahrungen und neue Methoden im Bereich Digital Work, Organisation und Purpose intensiv auszutauschen sowie wertvolles Feedback zu erhalten. 

Mehr Infos & Tickets hier: www.digitalmisfits.net

www.digitalmisfits.net
www.feinrot.de

One Comment

  • Bernd Materne sagt:

    Ganz starkes Interview Andrea, gute Fragen…sehr variant. Du benutzt die „W-Frageform“ perfekt. Die Antworten sind modern, intensiv und zukunftsweisend.

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